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Landesverband Nordrhein

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Chronik der Wasserrettung in Deutschland

Der Anlass für unser Jubiläumsjahr, ein kurzer historischer Rückblick

Februar 1883
Der erste Einsatz der Regensburger Rotkreuz-Wasserwehren erfolgte im Februar 1883 bei einem mittleren Donauhochwasser. In den Jahren danach entstehen an den Küsten von Nord- und Ostsee, in Schlesien und an den großen Strömen Deutschlands zahlreiche "Sanitäts- und Wasserwehrkolonnen" des Roten Kreuzes. Sie absolvieren Wasserwehrübungen, beschaffen passende Rettungsgegärte, bauen Rhein- und Donaudampfer zu "Sanitätsschiffen" um und konstruieren aus Elbkähnen Rettungsboote. Rotkreuz-Sanitäter werden fortan bei Überschwemmungen und Hochwassern zu Hilfe gerufen. Ferner werden Marinesanitätsdienste aufgebaut, sowie Lazarettschiffe beschafft, ausgerüstet und erprobt.

ab 1887
Ausgehend von Aufklärungs- und Ausbildungsbestrebungen des Sanitätsvereins Kiel widmen sich immer mehr Rotkreuz-Vereine der Rettung, Bergung und Wiederbelebung von Ertrunkenen.

Sommer 1896
Die ersten Rettungswachen am Staffelsee, am Amersee, am Chiemsee und am Bodensee nehmen ihren Dienst auf.

1899
In Berlin wird die "Rettungsgesellschaft der Wassersportverein von Berlin und Umgebung" gegründet, die eng mit dem Roten Kreuz zusammenarbeitet.

ab Juni 1906
Die Berliner "Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger vom Roten Kreuz" nimmt ihren Dienst auf zur Sicherung des Strandbadebetriebes. In den Jahren danach etablieren sich in an den Großberliner Gewässern zwölf Sanitätskolonnen und 23 Wasserrettungsstationen des Roten Kreuzes. Ähnliche Entwicklungen nehmen ihren Lauf auch an den Küsten von Nord- und Ostsee, sowie an den großen deutschen Flüssen. Im Jahre 1909 werden alle Rotkreuz-Provinzialvereine zur Gründung von Wasserwehren aufgefordert und zur Bildung von Wasserrettungseinheiten angeregt.

Winter 1925/26 und Winter 1928/29
Das Rote Kreuz ist bei Überschwemmungen, Hochwasserkatastrophen und Eisstaus in Bayern, Westfalen, Hessen-Nassau, Sachsen und Rheingau im Großeinsatz.

1926
Der Landesverband Bayern des Roten Kreuzes schafft für die im Wasserrettungsdienst tätigen Sanitäter ein eigenes Dienstabzeichen.

1934
Das Deutsche Rote Kreuz hat über 87 Motorrettungsboote im Einsatz. Ein Jahr später führt das Rote Kreuz in Deutschland 295 Hochwassereinsätze und 15.440 Rettungen und Hilfeleistungen im Wasser durch.

bis 1945
Seit Machtergreifung durch die Nationalsozialisten kommt es zunächst zur Stagnation auf dem Gebiet der Wasserrettung, da leitende Persönlichkeiten und Mitarbeiter verstärkt für Aufgaben des NS-Staates in Anspruch genommen werden. Zugleich führt die Straffung aller Wasserrettungsorganisationen in Deutschland zu einem Zusammenschluss unter der Leitung des Deutschen Roten Kreuzes. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird der Großteil der Rettungsschwimmer an die Front gerufen, übrige Rotkreuz-Helfer zu den Kriegs-Sanitäts-Diensten. Das Jahr 1945 bringt schließlich das vorläufige Ende aller deutschen Wasserrettungsdienste.

ab 1945
In Bayern erfolgt bereits zwei Monate nach Kriegsende die Wiedergeburt des Rotkreuz-Wasserrettungsdienstes, er erhält den Namen WASSERWACHT. Auch in Berlin steht der DRK-Wasserrettungsdienst zunächst vor dem Nichts. Doch der Wiederaufbau gelingt schnell, bereits 1950 stehen hier der (West-) Berliner Wasserwacht drei Motorboote und drei Bootsstützpunkte zur Verfügung. In der sowjetisch besetzten Zone, später der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), wurde zunächst anstelle des Roten Kreuzes ein "Gesundheitshelferdienst" eingerichtet. 1952 erhält das wieder gegründete Deutsche Rote Kreuz den Auftrag, einen Wasserrettungsdienst erneut aufzubauen und als einzige Organisation auf dem Gebiet der DDR zu betreiben. Sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR wird in den Jahrzehnten danach der Wasserrettungsdienst und weitere Aktivitäten, insbesondere in der Schwimm- und Rettungsschwimmerausbildung, kontinuierlich ausgebaut.

heute
Heute ist die Wasserwacht in 18 Landesverbänden des Deutschen Roten Kreuzes mit circa 130.000 Mitgliedern vertreten. 69.000 von ihnen engagieren sich durch persönlichen ehrenamtlichen Einsatz vor allem im Wasserrettungsdienst, in der Schwimmausbildung und im Katastrophenschutz. Zur Grundausbildung jedes aktiven Wasserwacht-Mitgliedes gehört unter anderem die Qualifikation als Rettungsschwimmer. Bundesweit sind darüber hinaus etwa 5.500 Bootsführer und 2.100 Taucher im Rettungsdienst tätig. Die Wasserwacht engagiert sich ferner im Natur- und Gewässerschutz.

Für die Erbringung der hoch qualifizierten Hilfeleistungen verfügt die Wasserwacht über 880 Motorrettungsboote und circa 210 Schnelleinsatzgruppen. Sie leistete im Jahre 2006 mehr als 1,2 Millionen Wachstunden und erbrachte dabei etwa 46.000 Erste Hilfe-Leistungen an Land und rettete über 200 Menschen vor dem Ertrinken.

 

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